Ein >Fernsehstar< tritt ab

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Streetart ist vergänglich, selbst wenn es lange nicht so scheint. Einer der Ur-Ur-Ur-Street-Yogis von Joy Fox ist gerade dabei zu verschwinden. Die Yoga-Figur Prasaritta Padottanasana gehörte mit zu den ersten Figuren, die Josef Foos auf die Straßenschilder Neuköllns setzte. Am 26.2.2011 war der Yogi der Star eines Berichtes im Tagesschau Nachtmagazin über Kunst im öffentlichen Raum.

Prasaritta Padottanasana am Maybachufer sah man schon lange sein Alter an.
Hier ein Foto von 2014

 

Mitschnitt Tagesschau Nachtmagazin <Kunst im öffentlichen Raum>

Es wird Herbst, die Blätter fallen runter, du stehst machtlos da … sagt ein chinesisches Sprichwort. Vielen Dank für die Standhaftigkeit, auch wenn es nun vorbei ist.
Weitere Bilder zu Streetart ist vergänglich

 

Im Westen nichts Neues? – Von wegen. Fantomas in Münster!

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Die Idee von Josef Foos mit Korkmännchen oder Street-Yogis, wie er sagt, anderen Menschen ein wenig Freude zu schenken, wird erfreulicherweise hier und da immer mal wieder aufgegriffen. „Das Besondere an den Street-Yogis ist, daß sie, obwohl im öffentlichen Straßenland stehend, für die meisten Menschen unsichtbar sind. Wenn sich Ihnen ein Street-Yogi zeigt, möchte er Ihnen Freude und Glück bringen.“

In Münster, genauer gesagt im Stadtteil Wolbeck ist es in diesem Sommer zu einer wahren Invasion durch Korkmännchen gekommen. Darüber haben dann sogar die Westfälischen Nachrichten unter dem Titel <Fantomas lässt grüßen> berichtet. Fantomas ist das Pseudonym unter dem der oder die Streetartist(in) auftritt und das Straßenleben bereichert.

Freundlicherweise hat Fantomas Fotos der ersten Welle von Korkmännchen in Münster zur Verfügung gestellt. Und mit der Mail gleich darauf hingewiesen, dass es nun sogar auch schon andere Aktivisten gibt, die die Idee aufgegriffen haben und mehrere kunstvoll gestylte Figuren dem öffentlichen Raum übergeben haben.

Nur zu – weiter so!

(zum Vergrößern anklicken)

Postkarten an Deniz Yücel

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Seit dem 14. Februar 2017 wird der Journalist Deniz Yücel in der Türkei unrechtmäßig unter absurden Vorwürfen gefangengehalten. Der absurdeste der Vorwürfe ist die Wiedergabe eines Witzes in der deutschen „Die Welt“, der unter Kurden über Türken erzählt wird, der als Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gewertet wird.  Mehr zu Deniz im Wikipedia-Eintrag, der den Vorteil hat, das er aktualisiert wird.

Aus einem spontanen Bedürfnis heraus, vielleicht weil die Pressefreiheit gerade solcher „nicht immer leichten“ Journalisten, wie Deniz Yücel bedarf, gibt es mehr oder weniger wöchentlich ein neues #FreeDeniz-Korkmännchen. Nachdem es nun immerhin möglich erscheint, dass Deniz Post empfangen darf, lag es nahe ihm die Korkmännchen als Postkarten mit Durchhalteparolen zu schicken. Wenn es nicht direkt ihm nutzt, dann uns, weil es uns daran erinnert, wie wichtig Presse- und Meinungsfreiheit für die Menschen ist. Die staatliche und im Fall von Erdoğan auch persönliche Willkür richtet sich entsprechend nicht allein gegen Deniz Yücel, sondern gegen hunderte von Journalisten. Der Fall Deniz Yücel hat exemplarischen Charakter.

Hier der Aufruf ihm zu schreiben:

Anschließend werden die Postkarten dokumentiert (zum Vergrößern anklicken):

 

Urban gardening by Joy Fox

Schon in früheren Jahren hatte Joy Fox die Stangen der Straßenschilder, die frei stehen, für eine Bepflanzung entdeckt. Allerdings mit noch mäßigem Erfolg, denn nach einiger Zeit wurde es den Pflanzen zu trocken, insbesondere wenn es sich um Gräser handelte.

Abhilfe konnte erst dadurch geschaffen werden, dass sich Josef Foos die Fähigkeiten spezialisierter Pflanzen zu Nutze machte und ihnen im bescheidenem Rahmen eine ansprechende Umgebung verschafft hat.

Eine Pflanze, die bescheiden genug für städtische Pflanzaktionen ist, findet sich in der Dach- oder Hauswurz (zum Wikipediaartikel: Hauswurzen), die eine alte Heil-, Zauber- und Zierpflanze ist. Vor allem ist die Hauswurz ein Dickblattgewächs, das in den Blättern Feuchtigkeit speichern kann und deshalb nicht so leicht austrocknet. Sie ist außerordentlich vielfältig, kommt in 6000 Sorten vor und lässt ihren Samen durch durch den Wind verbreiten. In früheren Zeiten hatte die Dachwurz sogar unglaubliche Fähigkeiten, denn sie könnte bei Gewitter, wenn sie im Kamin verbrannt wurde, den Blitzeinschlag verhindern. Jedenfalls wenn sie am 24. Juni, dem Johannistag, gepflückt wurde. Außerdem verhinderten sie den Hexen den Kamineinstieg und auf dem Stalldach beschützte sie das Vieh vor Seuchen.

Heute ist die Wurz wegen ihrer relativen Anspruchslosigkeit ein willkommener Helfer beim Urban gardening. Nachdem die Pflanze zunächst recht unscheinbar aussieht, können sich ihre Blüten unter guten Bedingungen in kurzer Zeit zu einer wahren Pracht auswachsen. Hilfreich ist der Pflanze ein passender Becher, der Regen auffängt, den die Pflanze in ihren Blättern speichern kann.

Es ist also spannend dem Experiment in den nächsten Wochen zu folgen und zu sehen, wie die Pflanzen den Sommer und vielleicht sogar den Winter überstehen.

 

 

 

On top of the rod – Joy Fox oben auf der Stange

Die Figuren von Josef Foos / Joy Fox haben sich über die Jahre als äußerst wandlungsfähig erwiesen. Was mit Yoga-Stellungen als Street-Yoga pur mit Kork und Schaschlikspieß begann, ist durch Farbe und allerlei Accessoire in vielfältige Erscheinungsformen mutiert. Um den Jahreswechsel gab es einen neuen Schub:

Die kalte Jahreszeit bringt es mit sich, dass viel Zeit zum Basteln vorhanden ist. Allerdings wird die Zeit, in der geklebt werden kann, drastisch eingeschränkt. Oft ist es zu nass und manchmal auch zu kalt, denn für den Montagekleber werden + 5° C erwartet. Jedenfalls dann, wenn er seine Funktion gut erfüllen soll.

Wieder nix mit Kleben! basiert auf einem Foto von ands78
https://www.flickr.com/photos/ands78/30396877056/

[Für größere Fotos anklicken!]

Diese Ausgangslage war wohl für Joy Fox neben seiner allgemeinen Innovationsfreude bestimmend für eine neuerliche Wandlung der Street-Yogis, die im Winter 2016/17 eingesetzt hat. Dabei hat er sich die Erfahrungen mit der JoY-Art zu Nutze gemacht. Bei ihr wurden schon vor einiger Zeit die Kappen von Straßenschilder-Stangen verziert; vornehmlich mit Sonnen auf rotem Grund und der Aufschrift JoY. Im Nachhinein liegt es auf der Hand, dass wenn die Kappen schon verziert, sie auch in der warmen Stube beklebt werden können. Sie dann auszusetzen, ist fast bei jedem Wetter möglich.

Die vorbereitende Heimarbeit begünstigt dann auch die Gestaltung aufwändiger und filigraner Figuren, die nach dem Aussetzen wirklich ganz oben auf der Stange sind (on top of the rod). Und so hat Joy Fox offenbar mehr und mehr Spaß an der Sache gefunden und die Innovation auch in die wärmeren Jahreszeiten übertragen. Viele seiner Figuren aus 2017 überraschen durch ihre in der Vielfalt aufwändig gestaltete Variantenbreite. Einen kleinen Eindruck davon geben ausgewählte Fotos von Korkbotschafter:

Es lohnt sich also in der Stadt die Augen offen zu halten!

Im Frühsommer hat Joy Fox als weitere Veränderung der Idee mit den Straßenschilder-Stangen die früheren Versuche mit dem Urban gardening wieder aufgegriffen. Dabei hilft ein Plastikbecher ein wenig Feuchtigkeit für die darin gepflanzten Sukkulente aufzufangen. Hier nur ein Foto, mehr davon in einem späteren Beitrag.

JoY-Garden in Neukölln

 

Freundlicher Schwarm aus Kork

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Anfang des Jahres 2017 erging eine Anfrage nach Odense in Dänemark, ob es denn vielleicht möglich wäre, dass 2 oder 3 Brummer aus der fliegenden Abteilung der Korkfiluren den Weg nach Berlin finden können.

Im März kam dann ein Paket mit einer Riesenüberraschung – es war gleich ein ganzer Schwarm, der hier gelandet ist. Und selbst eine Raupe war noch dabei.

Mit der Zeit werden die Flieger im Stadtgebiet von Berlin ausgesetzt.

im April in Friedenau

im Mai in Wilmersdorf

In Berlin sind noch nicht alle Insektenbrummer, Bienen und Marienkäfer aufgehängt, da wird in Dänemark schon das nächste Projekt für Langeland vorbereitet:

Vorbereitungen für das Langeland-Projekt

Vorbereitungen für das Langeland-Projekt

Titelblatt von >una città< #FreeDeniz-Korkmännchen

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Das Alte Wilde Korkmännchen demonstriert für die Freiheit von Deniz Yücel auf dem Titelblatt der italienischen Zeitschrift >Una Città<.
Die Homepage der Zeitschrift kann hier aufgerufen werden.

Weiterhin wird jede Woche ein neues #FreeDeniz Korkmännchen gesetzt. Die Fotos können auf der Beitragsseite vom 17. März Öz-Gıda und #FreeDeniz aufgerufen werden

Öz-Gıda und #FreeDeniz

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Symbolischer Blick von der alten Wirkungstätte Taz zum Springer Hochhaus in der Rudi-Dutschke-Straße

Einen der – für mich – ’nettesten‘ Kommentare hat Deniz Yücel in Taz geschrieben als die Pegida, Bergida und was weiß ich …gida ihre erste Hochphase hatte.

Kurz zur Erklärung. Wir haben, wie viele andere in Berlin, ‚unseren‘ Türken. Also den Türken unseres Vertrauens. Wenn es um frisches Gemüse und internationale Ware geht. Der Süpermarket heißt ÖzGida und ist in der Hauptstraße in Schöneberg ansässig.

http://www.clemensheni.net/allgemein/oezgida-eine-antirassistische-antwort-auf-pegida/

Für die 2014 im Dezember mit Recht oft stattfindenden Demonstrationen – es ging schließlich darum, dass die diversen rechten …gidas nicht den öffentlichen Raum erobern konnten – hatte Deniz in einer taz-Kolumne einen Vorschlag parat (der Beitrag auf taz.de):

Erst „Pegida“ in Dresden, jetzt „Dügida“ in Düsseldorf, „Bogida“ in Bonn, „Kagida“ in Kassel, „Mügida“ in München und sogar – kein Scherz – „Ogida“ in Ostfriesland. Sind Sie von diesen rechtspopulistischen Aufmärschen auch schon ganz verwirrt? Hier kommt die Lösung: Özgida.

Die haben auch ein besseres und größeres Angebot als die immer selbe braune Sülze. (Gerade wieder: Rinderschinken „Pastirma“, 100 g, 2,79 Euro. Gekochte Maronen, 200 g, 2,29 Euro. Türkischer Mokka 250g, 3,49 Euro. Und sogar Bio Beluga Linsen, 500 g, 3,19 Euro.)

Der „Multikulti-Supermarkt“ befindet sich in der Hauptstraße in Berlin-Schöneberg, bietet aber auch eine „virtuelle Tour“ im Internet an (mit orientalischer Musik!).

Und Özgida ist nicht die einzige Alternative zu „Pegida“. Eine weitere ist Eurogida, mit Filialen in elf der ehemals zwölf Westberliner Bezirke. (Nur nicht in Zehlendorf. Und keine einzige in Ostberlin.) Dort gerade im Angebot: Getrocknete Feigen 500 g, 2,49 Euro, Putengulasch, 1 kg, 4,49 Euro, Clementinen, Spanien/Griechenland, 1 kg, 0,99 Euro.

Sicher würden sich massenweise Özgida oder Eurogida-Tüten prima auf Gegendemonstrationen gegen „Pegida“ etcetera machen. Oder an Fenstern, wenn diese Spackoaufmärsche dort vorbeiziehen. Noch eine Alternative: Algida, wie Langnese-Eis u.a. in der Türkei, Italien und Griechenland heißt.

Gefällt Ihnen die Idee, die dem Kollegen Thomas Blum vom Neuen Deutschland und mir kam? Dann machen Sie doch einfach.

Besser: Özgida. Oder Eurogida. Oder Algida.

Deniz Yücel wird nun seit dem 14. Februar von der türkischen Justiz gefangen gehalten, weil er seine Arbeit als Journalist richtig gemacht hat. Selten einfach, oft anstößig – genau so, wie du es brauchst, wenn du auch selber nachdenken willst. Der Impuls, ein Korkmännchen mit #FreeDeniz nach der Inhaftierung vor die türkische Botschaft oder wenigstens in die Nähe zu setzen, war sofort da. Dass sich seine Festsetzung nun länger hinzieht, war anfangs nicht absehbar – offenbar braucht es die Unterstützung für Deniz, in welcher Form auch immer, über einen längeren Zeitraum. Remember-#FreeDeniz-Korkmännchen werden nach Möglichkeit wöchentlich gesetzt, solange Deniz in Haft ist.

Alle #FreeDeniz-Korkmännchen

Hier noch einmal der Link zum ständig aktualisierten Wikipedia-Eintrag zu Deniz Yücel.

No Racism – manchmal ist ein Stehtment angebracht

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Die Freiheit erleuchtet die Welt – „Make America Great Again“, wenn dann bitte so

Auch wenn Korkmännchen in der Regel für hintergründigen Spaß zuständig sind. Manchmal ist doch eine Stehtment angesagt (siehe dazu auch Reclaim Your City).

In Friedenau gibt es eine Stolperstein-Aktivistin, die offenbar für einige Leute von Rechtsaußen ein Dorn im Auge ist. Petra Fritsche, ihre Wohnung und die Stolpersteine sind schon einige Male Ziel von (Farb)-Anschlägen gewesen. Vor allem nehmen die rechten Rassisten die Stierstraße aufs Korn, was unter anderem daran liegt, dass hier ein Judenhaus in Friedenau war. Also ein Haus, in dem Juden vor ihrer Deportation zwangseinquartiert worden sind. Entsprechend viele Stolpersteine und Stolperschwellen gibt es in dieser Straße. Anlässlich einer Stolpersteinverlegung am 19.3.2014 wurde für das Alte Wilde Korkmännchen das erste Mal mit dem Stehtment „No Racism“ kreiert. Bei diesem einen Mal blieb es nicht. Zum einen ist Streetart vergänglich und zum anderen gab es erneute Farbanschläge.

Auf Wikipedia gibt es eine Liste der Stolpersteine in Friedenau, die im Februar 2017 für den Ortsteil 174 Stolpersteine und 2 Stolperschwellen umfasst. In der Liste sind einige Daten zu den Stolpersteinen erfaßt, sofern sie ermittelbar waren.

Donald Trump ist für seinen Neo-Rassismus bekannt. Egal ob es sich Mexikaner oder Indianer handelt oder um Zurückweisung von Menschen wegen ihres Glaubens oder der regionalen Herkunft. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn dieser Mann nicht der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika geworden wäre. Das zwingt zur Stellungnahme und zum Stehtment. Nichts eignet sich als Symbol besser dazu als die Freiheitsstatue in New York. Denn mit den zerissenen Ketten zu ihren Füßen, ihrer Krone und der Fackel ist sie nicht nur ein Symbol für Freiheit, sondern auch ein Symbol gegen diesen plumpen weißen Rasissmus.

„Die siebenstrahlige Krone … symbolisiert ursprünglich die Sonne, hier aber die sieben Weltmeere und die sieben Kontinente. Zusammen mit der Fackel sollen sie die Botschaft verkünden, dass die Freiheit die Welt erleuchtet“ (Wikipedia-Eintrag zur Freiheitsstatue)

In Berlin gibt es einige Orte, wo dieses Stehtment nicht unangebracht ist:
In der Clayallee in Berlin ist das Konsulat der USA und ein Teil der Botschaft angesiedelt.
Auf dem John-F.-Kennedy-Platz vor dem Rathaus Schöneberg erklingt mittags die Freiheitsglocke.
An der Amerika Gedenkbibliothek in Kreuzberg. Th. Jefferson wird im Foyer mit einem Ausspruch zitiert: „Die Gründung beruht auf der unbegrenzten Freiheit des menschlichen Geistes. Denn hier scheuen wir uns nicht, der Wahrheit auf allen Wegen zu folgen und selbst den Irrtum zu dulden, solange Vernunft ihn frei und unbehindert bekämpfen kann.“
(Weitere Orte folgen.)

Inspiration in Kork

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koch-jan-oskar

Auf meiner Seite In·s·pi·ra·ti·o̱n habe ich einige Ideen gesammelt, was mit Korken so alles angestellt werden kann. Einige dieser Ideen lassen gut auf Straßenschildern verwirklichen, andere sind eher Indoor-Ideen. Hier nur ein paar Fotos.

Musiker

Mützen

Radfahren

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